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Wasserturm
Technik
Der Wasserturm, in dem unsere Falkenfamilie wohnt, steht im Eichenpark in Langenhagen bei Hannover. Der 45m hohe Wasserturm gehörte zu den Gebäuden des früheren Alters- und Pflegeheimes in Langenhagen und versorgte seit seinem Bau 1905 die umliegenden Gebäude des Heimes mit Trinkwasser.

Vor dem 2. Weltkrieg waren das insgesamt 68 Gebäude und rund 1000 Bewohner. Im Krieg wurden mehr als die Hälfte der Häuser zerstört. Für den Betrieb eines eigenen Wasserturms gab es zwei Gründe: Einerseits war durch den Krankenhausbetrieb mit eigener Wäscherei, Großküche, Gärtnerei, Werkstätten und eigener Stromerzeugung der Wasserverbrauch relativ groß. Außerdem gehörte der gesamte abgegrenzte Bereich des Heims zur Stadt Hannover, obwohl er mitten in Langenhagen liegt.

In seiner Funktion als Trinkwasserspeicher musste eine Verschmutzung des Turminneren durch eindringende Vögel sicher verhindert werden. Die Fenstersimse wurden so schräg abfallend gebaut, dass sie nicht als Sitz- oder Brutplatz genutzt werden konnten, zusätzlich waren alle Fensteröffnungen vergittert.

Vor fast 40 Jahren wurde dann die Wasserversorgung umgestellt und der Betrieb des eigenen Wasserturmes stillgelegt.
1988 wurde uns als NVL der Turm zunächst für ein Auswilderungsprojekt von Schleiereulen zur Verfügung gestellt. Die oben beschriebenen Bruthindernisse durften wir mit Genehmigung der Besitzer (zunächst die Stadt Hannover, später die Stadt Langenhagen) durch Umbauten verändern. Einen Teil der oberen Fensterflügel haben wir ausgehängt und den Fensterbereich kastenförmig nach innen erweitert, so dass eine 50 cm breite ebene Fläche entstand. Für die Reinigung und Beobachtung ist eine der Kastenwände aus Glas und herausnehmbar.

Im Bereich der senkrechten Dachpfannen sind zusätzliche Kästen montiert. Für den Einflug wurde ein Dachziegel herausgenommen. Diese oberen Kästen sind größer und dunkler, sie haben eine Schattenwand und werden von Schleiereulen und Dohlen bevorzugt. 4 Jahre lang wurden sie auch vom Waldkauz benutzt. Die Turmfalken belegen bevorzugt die unteren Kästen mit viel Tageslichteinfall.

Das Angebot von 12 Brutmöglichkeiten ist dieses Jahr restlos ausgebucht, und zwar von 4 Paaren Turmfalken, 1 Paar Schleiereulen, 6 Dohlenpaaren und 1 Pärchen Haustauben.

Zu Jahresbeginn waren die Tauben noch stärker vertreten, mussten aber nach massivem Drängen der Dohlen wieder ausziehen. Noch „handgreiflichere“ Argumente hatten Falken und Eulen, so dass sich dann die heutige Wohnraumnutzung ergeben hat.