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Wasserturm
Technik

Wasserturm als Funkturm

Der 45 m hohe Wasserturm ist ein für den Funkverkehr sehr attraktiver und geeigneter Standort. Wichtig für die Signalverbindung vom Sendemast zur Empfangsantenne ist eine freie Strecke bzw. Sichtverbindung, weil das Signal durch dazwischenstehende Gebäude schattiert oder durch Laubwerk der Bäume absorbiert wird. Die Videosignale der beiden Kameras werden auf eine Hochfrequenzschwingung aufmoduliert und dieses elektromagnetische Signal in Nähe der Turmspitze rundum ausgestrahlt.  Das Signal wird in Schulen und Rathaus mit Empfangsantennen aufgefangen, die Frequenz mit einem Receiver wieder umgewandelt und steht dann als Videosignal für Fernseher zur Verfügung.

Im Jahr 2001 bei den ersten Versuchen hatten wir zunächst mit einer Trägerfrequenz von 1,25 GHz (entspricht einer Wellenlänge von 23 cm) gesendet und dabei auf der Sende- wie auch Empfangsseite Stabantennen verwendet (siehe Foto). 

Nachteilig war, dass nur eine Richtfunkstrecke zwischen zwei Punkten möglich war, jedoch keine Rundumabstrahlung, und deshalb nur eine Schule, die Robert-Koch-Realschule, mit den Falkenbildern versorgt werden konnte.

Im Jahr 2003 stellten wir auf die Trägerfrequenz von 10,15 GHz (entspricht einer Wellenlänge von 2,8 cm) um. Im gleichen Verhältnis wie die Wellenlängen-Verkürzung auf 1/8 der Anfangsfrequenz konnten auch die Abmaße der Antennen verkleinert werden, und wir konnten völlig andere Bauformen verwenden. Bei der Senderseite ist dies ein rohrförmiger Schlitzstrahler, der am oberen Ende eines 10 m langen Rohres aufgeschraubt ist. Das Rohr, unser so genannter Sendemast, ist auf 4 m Länge im Dachgebälk des Wasserturms verschraubt und ragt 6 m über die Dachpfannen hinaus. Das bringt Vorteile für die freie Sicht.

Auf der Empfangsseite ist mit der kleineren Wellenlänge der Einsatz solcher Antennen möglich, die auch handelsüblich zum Empfang von Fernsehsendungen über Satellit verwendet werden und im Normalfall in eine Parabolschüssel eingebaut sind. Die Ausrichtung ist in unserem Fall nicht zum Himmel in Richtung Satellit, sondern zum Wasserturm. Und weil die Entfernung wesentlich kürzer ist, kann auch auf die signalverstärkende Wirkung der Schüssel verzichtet werden.
Nur der eigentliche Empfänger, der „low noise converter (LNC)“ wird verwendet. Dieser musste wegen der um 8 % vom Astra-Satelliten abweichenden Amateurfunk-Frequenz etwas umgebaut werden, doch die relativ geringe Abweichung erlaubt den Einsatz handelsüblicher Satelliten-Receiver zur Umwandlung des Empfangssignals in ein Videosignal.