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Gefieder:

Das Federkleid der Jungen ist beim erwachsenen Jungvogel zunächst immer wie das eines Weibchens (Foto rechts) gefärbt, die Männchen haben erst nach etwa 1 Jahr ihr typisches Gefieder (Foto unten). Es wird sogar beschrieben, dass geschlechtsreife Männchen noch im Jugendkleid zur Paarbildung und Brut schreiten, so dass der Beobachter einen falschen Eindruck bekommen kann. Die Wasserturm-Paare waren allerdings immer ausgefärbt.

Gewicht:
Er ist etwas leichter als seine Partnerin (220 und 270 g). Bei erster Betrachtung hört sich das unlogisch und ungerecht an, muss er doch eine bestimmte Zeit die ganze Familie mit Futter versorgen und das sind immerhin 25 bis 30 Mäuse oder Kleinvögel pro Tag. Das erfordert Kraft und Ausdauer, während sie – so könnte man meinen – in dieser Zeit gelangweilt auf den Eiern döst, die Küken hudert oder das gebrachte Futter nur verteilt. Als "Hudern" bezeichnet man das Wärmen der Küken mit gesträubtem Gefieder.

Die nähere Betrachtung offenbart aber anderes: Sein Gewicht und seine Größe sind optimal angepasst an Mäusefang und –transport, ein Mehr auf der Waage wäre insbesondere beim Sturzflug und dem plötzlichen Abbremsen dicht über dem Boden von Nachteil.

Für ihre Größe ist aber nicht seine fast sportlich zu nennende Figur Vorbild, sondern ihr Gewicht ergibt sich aus der biologischen Notwendigkeit, innerhalb von rund 10 Tagen etwa 6 Eier zu legen. Das hört sich vielleicht einfach an (kennen wir es doch auch von Haushühnern), man muss aber bedenken, dass ein Ei etwa 20 g wiegt, d. h. 6 Eier mit 120 g Gesamtgewicht machen über 40 Prozent des Körpergewichtes des Weibchens aus. Diese Leistung muss der weibliche Organismus aufbringen und das zehrt. In dieser beschwerlichen Zeit des Legens und der Brut nimmt sie richtig ab, wichtige Mineralstoffe wie Kalk zum Aufbau der Eischale werden dem Körper entzogen (mit Kalkmangel kann man vermutlich auch erklären, dass das Weibchen die leere Eischale nach dem Schlupf der Jungen restlos auffrisst), d. h. sie muss Gewichtsreserven mit in die Ehe bringen, damit die Brut erfolgreich wird. Und an der Menge der Mäuse, die er ihr als Brautgeschenk bringt, testet sie die Ergiebigkeit seines Reviers, seine Fähigkeit, erfolgreich zu jagen und später, wenn sie ganz und gar von ihm abhängig ist, die Familie zu versorgen.