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Einordnung der Falken
Je nach Brutphase ist eine wechselnde Arbeitsteilung zwischen dem Falkenpaar zu beobachten.


Werbephase:
Er sucht einen geeigneten Brutplatz und lockt das Weibchen hier hin. Alle vorbereiteten Fensternischen im Wasserturm werden zunächst von ihm, danach von ihr angeflogen. Zwischendurch versucht das Männchen, sie mit seinen Balzflügen zusätzlich zu beeindrucken.


Prüfphase:
Vorschläge macht er; die Entscheidung fällt sie!
Der erste Teil der Prüfung gilt der Sicherheit des Platzes vor Feinden und vermutlich auch hinsichtlich Wetterschutz und dauert einige Tage. Die potenzielle Brutstätte wird dabei wiederholt angeflogen. Der zweite Teil der Prüfung gilt ihm als Familienvater. Jetzt steht sie am Rand des späteren Brutplatzes und lässt sich von ihm mit Mäusen versorgen, um noch vor dem Legen herauszufinden, wie erfolgreich die Jagd ausfällt. Bringt das Männchen die Mäuse im Überfluss, legt sie mehr Eier als bei magerer Versorgung - eine wichtige Zuordnung für die spätere Jungenaufzucht.


Eiablage und Brut:
Falken legen üblicherweise zwischen 4 und 6, in Ausnahmen auch 8 Eier. Diese werden jeweils im zeitlichen Abstand von jeweils 1 bis 2 Tagen gelegt. Nach dem Legen der ersten Eier sitzt das Falkenweibchen im Baum und beobachtet den Nistplatz. Zwischendurch brütet sie hin und wieder 10 Minuten zur Probe. Ab dem dritten oder vierten Ei fängt sie dann mit dem ständigen Brüten an und entfernt sich nur für kurze Ausflüge. In ihrer Abwesenheit wird sie vom Männchen vertreten, das dafür zuständig ist, die Eier warm zu halten. Die Brutzeit umfasst ca. 30 Tage, gerechnet ab dem 3. Ei - so steht es zumindest in der Fachliteratur.

Im letzten Jahr stimmte diese Angabe ziemlich genau, in diesem Jahr 2004 dauerte es 35 Tage, bis das erste Küken schlüpfte. Anscheinend hat die Außentemperatur der ersten Tage einen Einfluss; dieses Jahr war es zu Anfang der Brut kälter.
 

Reaktion auf Veränderungen im Horst:
Veränderungen am Platz wie bspw. eine neue Lampe oder der Aufbau einer neuen Kamera dicht über dem Nest interessieren das Männchen wenig. Er geht davon aus, dass seine Partnerin davon weiß, sonst hätte sie den Nistplatz nicht gewählt. Ein zweites Kriterium könnte sein, dass er ohnehin selten "zu Hause" ist und sich nicht alle Einzelheiten merkt. Sie dagegen ist viel vorsichtiger und kritischer, lässt sich aber offensichtlich durch seine Gelassenheit beeinflussen und beruhigen.