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Auswahl des Brutplatzes:

Turmfalken bauen kein Nest, sondern legen ihre Eier in Felsnischen. In dieser Nische ist in der Regel durch Felsabrieb oder Laubfall eine lockere Bodenschicht entstanden, in die die Falken eine Mulde scharren.

Gebäude sind für Falken ein Felsenersatz, Nischen werden an den senkrechten Wandflächen gesucht, bevorzugt im oberen Bereich. Beliebt sind Rücksprünge wie Fensternischen, weil hier gleichzeitig ein Wetterschutz gegeben ist und Schutz vor Feinden besteht. Dachflächen z.B. von Flachdächern werden nicht angenommen.

In präparierte Fensternischen oder aufgehängte Kästen sollte eine etwa 5 cm dicke Schicht aus Mutterboden eingefüllt sein, die durch Mischung mit entweder Tannennadeln, Holzshredder oder ähnlichem Material aufnahmefähig bzw. durchlässig gemacht wurde. Diese Schicht nimmt den Kot der Jungen auf und hält den Nistbereich trocken. Eine zu leichte und dünne Mischung wird auseinandergescharrt, so dass den Eiern die Mulde fehlt und es dem Altvogel nicht so leicht fällt, die auseinanderrollenden Eier zu bedecken. Außerdem entsteht bei blankem Untergrund eine höhere Punktbelastung auf dem Ei. Hierdurch ist das Ei gefährdet, eingedrückt zu werden und auszutrocknen.

Im Laufe der Fütterzeit liegt später eine Schicht von Gewöllen auf dem Boden, die aber für sich genommen zu leicht ist, um im nächsten Jahr als Grundschicht zu genügen. Ersatzweise werden verlassene Elster- oder Krähennester genutzt. Der Bruterfolg in Gebäudenischen ist jedoch deutlich höher, weil der Schutz in Bäumen geringer ist und die Jungen vor dem Flüggewerden auch leicht abstürzen können.

 

Brutplatz und Jagdrevier:

Durch den Vorteil des Gebäudes für den Bruterfolg sind Falken auch im Zentrum von Städten zu finden, obwohl als Jagdrevier nur ein ländlicher Bereich in Frage kommt; denn bevorzugte Beute sind Feldmäuse. Das bedeutet, dass Falken regelmäßig weite Strecken fliegen müssen, um Beute zum Horst zu bringen. Als schneller geschickter Flieger ist dies kein generelles Hindernis, trotzdem bedeutet es einen zusätzlichen Energie- und Zeitbedarf.

Das hohe Gebäude "Wasserturm" inmitten des Jagdreviers "Eichenpark" und seinen angrenzenden Feldern und Wiesen ist anscheinend eine optimale Kombination von Brut- und Jagdmöglichkeit. So erklärt sich der große Andrang: In diesem Jahr brüten im Turm 4 Falkenpaare gleichzeitig, eine sicher untypische Anhäufung. Dies ist auch eine Aussage über die Qualität des Biotops.